Die EU-weite Angleichung schreitet auch im Bereich des Zolls voran: Seit Juli 2009 gibt es mit der EORI Zollnummer (Economic Operators Registration and Identification number) eine einheitliche Identifikationsnummer für all jene Unternehmen und Personen, die sich am Zollverfahren beteiligen. In Deutschland löst sie die Zollnummer ab. In einer Übergangsphase wird aber auch noch die Zollnummer gebraucht, da das IT-Verfahren ATLAS des deutschen Zolls noch nicht entsprechend umgestellt ist. Es ist unklar, wie lange dies noch dauern wird.

Für die Beantragung der EORI Zollnummer, die per Post oder per Fax an das Informations- und Wissensmanagement Zoll zu richten ist, gilt dasselbe Formular wie für die alte Zollnummer. Da die EORI Zollnummer an die EU weitergeleitet wird, um den Zugriff der Behörden anderer Mitgliedsstaaten auf die Daten zu ermöglichen, müssen Antragssteller eine Zustimmungserklärung zu dieser Übermittlung abgeben. Das ist Voraussetzung für die Erteilung einer Nummer.

Des weiteren besteht die Möglichkeit, sich mit einer Veröffentlichung der Stammdaten (Firmenname, Anschrift sowie EORI Zollnummer) in einer Internet-Datenbank einverstanden zu erklären. Wirtschaftsorganisationen wie die IHK Hannover empfehlen aber Zurückhaltung, da sie den Mehrwert einer solchen Einrichtung bezweifeln und zu einem vorsichtigen Umgang mit Daten raten. Andererseits kann daraus nur ein Handeln mit zu verzollenden Waren erkannt werden, Name und Anschrift sind auf anderen Wegen zu recherchieren und EORI Zollnummer ist für Dritte nicht interessant. Der Sinn dieser Datenbank ist allerdings in der Tat fraglich.

Die EU und die Zollbehörden erhoffen sich mit der Umstellung erleichterte Verfahren. Zudem soll die Vereinheitlichung dazu führen, dass Zollbeamte leichter Sicherheitsrisiken erkennen können.

Die EORI Zollnummer unterscheidet sich in Deutschland nur unwesentlich von der alten: Die bisher existierenden siebenstelligen Zollnummern werden um das Länderpräfix „DE“ ergänzt.