Wer als Unternehmer Ware von Deutschland aus in ein anderes Land exportieren möchte oder umgekehrt Waren aus dem Ausland nach Deutschland importieren, der benötigt für jeden dieser Geschäftsvorgänge eine Zolltarifnummer. Diese Zolltarifnummern, die auch statistische Warennummern genannt werden, identifizieren jedes Produkt eindeutig. Diese Identifikation durch Zolltarifnummern dient zum einen dazu, die für den Export beziehungsweise für den Import fälligen Steuern und Zölle zu berechnen. Zum anderen können so Statistiken zu Wareneinfuhren und zu Warenausfuhren erstellt werden. Außerdem ist es möglich, anhand der Zolltarifnummern festzustellen, ob eine Ware verschifft werden soll, für die eine Einfuhr- oder Ausfuhrbeschränkung vorliegt.

Die Zolltarifnummern sind fast weltweit gültig. Die Vereinten Nationen (UN) haben etwa 5000 Codenummern erstellt, nach denen alle importierten und exportierten Waren klassifiziert werden können. Grundlage dieser Codenummern ist das Harmonized Commodity Description and Coding System der UN, übersetzt bedeutet dies in etwa das harmonisierte System, abgekürzt HS. Mithilfe des HS erhält jede Ware eine Codenummer, dies gilt allerdings nicht für Dienstleistungen.

Ungefähr alle fünf Jahre werden die Zolltarifnummern überarbeitet, zurzeit ist die überarbeitete Fassung von 2007 gültig. Verwaltet werden die statistischen Warennummern von der Weltzollorganisation, die auch WZO beziehungsweise international WCO abgekürzt wird.

Die Zolltarifnummer für eine Warenausfuhr, also den Export, ist dabei immer achtstellig, während die statistische Warennummer für eine Wareneinfuhr, also den Import, immer elfstellig ist.

Die ersten sechs Ziffern der Zolltarifnummer werden durch das harmonisierte System bestimmt und sind darum bei allen beteiligten Ländern identisch. Anhand dieser Ziffern lassen sich die Warengruppen einordnen, wie zum Beispiel Textilien, Kunststoffe, Maschinenteile etc. Diese sechs Ziffern müssen immer bei Waren angegeben werden, die in Länder außerhalb der Europäischen Union verkauft werden sollen oder aus diesen Ländern eingeführt werden. Diesen Waren muss eine Proforma Rechnung beiliegen und ab einem Warenwert von 1.000,00 EUR muss außerdem ein Ausfuhrbegleitdokument ausgestellt sein. Die Stellen sieben und acht der Zolltarifnummer bestehen aus der kombinierten Nomenklatur (KN) der EU. Anhand dieser beiden Ziffern kann die Zollbehörde erkennen, welche Waren innerhalb der Europäischen Union importiert und exportiert werden. Die ersten acht Ziffern der Zolltarifnummern nennt man auch statistische Warennummer. Die neunte und zehnte Stelle der Zolltarifnummer wird auch TARIC genannt. Dies ist der integrierte Tarif der EU, mit dessen Hilfe gemeinsame Entscheidungen der Europäischen Union verschlüsselt werden können. Dies betrifft zum Beispiel Zollkontingente, Antidumpingvereinbarungen oder Zollaussetzungen. Die elfte Stelle der Zolltarifnummer dient jedem Land nationalen Zwecken wie beispielsweise der Angabe des Umsatzsteuersatzes oder der Verschlüsselung nationaler Beschränkungen oder Verbote.